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Führen im Gespräch

Führen im Gespräch
Wollen Sie Gespräche zielgerecht strukturieren und nutzen?

Der überragende Wert des Gespräches

Anders als andere Formen der Kommunikation bieten Gespräche unmittelbaren wechselseitigen Informations- und Meinungsaustausch. Gehörtes und Gesehenes, Gerochenes, Geschmecktes und Gefühltes verschmelzen zur Wahrnehmung. Es wird eine Konstruktion aus Beobachtung und Interpretation gebildet.

Erkenntnisse entstehen im Sekundentakt mit unmittelbaren Anpassungen an Aktionen anderer. Sofortige Reaktionen folgen aufeinander, ohne dass wir wesentliche Teile dabei selbst steuern.

In einigen Bereichen des Lebens ist das miteinander Sprechen reduziert auf einen Austausch von Selbstverständlichkeiten. Auch im Betrieb kann das Gespräch zu stereotypen Wortwechseln gerinnen.

Anregende „Small-talks“ und humorige Bemerkungen gehören ebenso wie gut vorbereitete Gespräche zu den wirksamen Führungsmitteln vorausschauender Leitungskräfte im modernen Unternehmen. Hierzu finden Sie anschließend einige Anregungen. Viel Spaß bei der Lektüre.

Gesprächsziele

Gespräche zu betrieblichen Abläufen ermöglichen wechselseitige Rückmeldungen und steigern Schaffensfreude, Kreativität und persönliches Wohlergehen. Daraus erwächst auch ein breiteres Verständnis für notwendige Veränderungen.

Vorgesetzten bieten Gespräche mit Mitarbeiter/innen die Möglichkeit, ihre Rolle als Führungspersönlichkeit zu unterstreichen. Sie tragen damit zur Motivation und Sinnstiftung in ihrem Verantwortungsbereich bei.

Wegführend ist das Nutzen von Zielvereinbarungen. Diese konkreten Beschreibungen münden in Fortschrittsberichten und stellen die Frage:

„Was ist zu tun und was wollen wir darüber hinaus erreichen?“

Das Unterscheiden zwischen Pflicht und Kür motiviert zu zusätzlichen Anstrengungen. Dienst und Auftrag werden erweitert um Bereitschaft und Chancen. Erfolge machen Qualitätssicherung zum selbstverständlichen Anspruch.

Einige Gesprächs-Strukturen

Eigene Bedeutung haben Dialoge, Gespräche mit kleinen Gruppen und Treffen im größeren Rahmen. Sie stehen nebeneinander und ergänzen sich wechselseitig.

Einzelne
Im Zwiegespräch wird vertraulich gesprochen. Für Lob und Anerkennung, aber gerade auch für kritische Bemerkungen ist hier Raum.

Tägliche
Kurze Gespräche unterstützen anhaltende Motivation und aktuelle Priorisierung. Damit wird erfolgreiches Schaffen erleichtert.

Gruppen
In der Gruppe begegnen sich unterschiedliche Meinungen, werden Wege und Maßnahmen erörtert und Fragen geklärt. Pauschales Lob und wertschätzend vorgebrachte Kritik am gemeinsamen Handeln passen hierher.

Routine-Zusammenkünfte wie etwa Monatsgespräche thematisieren kontinuierlich Beobachtungen und erlauben frühzeitige Korrekturen im Geschäftsverlauf.

Großgruppen
Treffen im größeren Rahmen richten das Interesse auf Entwicklungen, Veränderungen und Neuigkeiten mit allgemeiner oder genereller Bedeutung. Hier werden neue Erkenntnisse vermittelt und Zielerreichung und strategische Ausrichtung betont.

In gruppenübergreifenden Veranstaltungen finden auch bislang zurückgehaltene Meinungen und Ideen frei von möglichen Team-Zwängen ihr Podium. Das in der Organisation gebündelte Wissen wird offenbar.


Das persönliche Auftreten

2 Thesen stehen sich hier scheinbar widersprüchlich gegenüber:

1. „Sei so, wie du wirklich bist.“ und
2. „Gib dich nicht so, wie du dich gerade fühlst.“

Erstens
Zunächst steht die Forderung, authentisch zu sein, nicht vorzuschützen, was nicht zutrifft. Uns steht das Schauspielern nur für begrenzte Szenen, bestimmte eingeübte Situationen zur Verfügung und nur wenige sind Lügen-Profis.

Was und wie wir wirklich, tatsächlich sind, können und müssen wir fast ausnahmslos nicht verhehlen, es sei denn, unser derzeitiger Wirkungsbereich ist uns alternativlos aufgezwungen. Dann darf gelten, „In meinem Innersten bin ich ganz anders, aber ich zeige es nur selten.“ Und da ist wohl auch bald weiterführende Hilfe gefragt.

Zweitens
Leitungs- und Führungskräfte sind für ihren Geschäftsbereich und für sich selbst verantwortlich und unterliegen dabei zugleich stets ihrer Repräsentationsaufgabe.

Ein launisches Auftreten kann eine Welle unkontrollierbarer Folgen auslösen. Deshalb sind stets mögliche Wirkungen eigener Kundgaben vorab zu bedenken.


Leiten und Führen

Vorgesetzte wollen Vorbild sein, werden und bleiben. Sie verdeutlichen und leben:

„Vorne sind erreichbare Ziele, hinter uns liegen Erkenntnisse.“

Für die rechtzeitige Anpassung betrieblicher Leistungen an die Anforderungen des Marktes ist das Besprechen aller internen und externen Entwicklungen und Beziehungen erforderlich. Hieraus wird zielentsprechendes Handeln gefolgert.

Leitungs- und Führungskräfte setzen für das alltägliche Ideenmanagement auf kritische Beteiligte. Skeptische Äusserungen offenbaren, was Beschäftigte bewegt. Das wertschätzende Umgehen mit Kritik kennzeichnet die Betriebskultur.

Optimaler Personaleinsatz beruht auf zeitnaher Bilanzierung des Leistungsvermögens und der Einsatzbereitschaft der Beschäftigten. Zur Erfolgssicherung sind Lob und Anerkennung, geduldiges Unterstützen und persönlich passende Hilfen von Nöten.

Zu den Aufgaben der Führungskräfte gehört somit auch das Inspirieren, Motivieren, Coachen und Trainieren der Mitarbeiter/innen.

Das wertschätzende Gespräch

Neuere Erkenntnisse der Gehirnforschung (namentlich Prof. Dr. Gerald Hüter) belegen die uns eigene Möglichkeit lebenslangen Lernens und Veränderns unter der Voraussetzung, dass uns das Ziel wichtig und lohnenswert erscheint.

Hieraus ergibt sich die Forderung:

„Jeder leiste seinen bestmöglichen Beitrag.“

Anhaltender Erfolg in Bereichen kollegialen Arbeitens ist mit der Frage verknüpft:

„Wie wohl fühlen sich alle Beteiligten?“

Wer im Unternehmen plant, organisiert, ausführt oder kontrolliert sucht nach persönlichem Erfolg, nach Anerkennung und Belohnung. Diese kann in unterschiedlichsten Formen geboten sein. Stets geht es dabei um Wertschätzung, die bestätigt:

„Du leistest deinen Beitrag zum Erfolg im Rahmen deiner Möglichkeiten.“

Der beste Weg, andere unserer Wertschätzung zu versichern, ist, miteinander zu reden.

„Heute ist der erste Tag meines weiteren Lebens.“

Als Vorgesetzte, Leitungs- und Führungskraft steht Ihnen eine Vielzahl unterschiedlichster geeigneter Werkzeuge zur Verfügung. Sie können erreichen, was Sie wollen, wenn das Ziel klar und konkret beschrieben ist und der Wunsch nach Erfüllung wirklich allgegenwärtig ist. Aber:

Zielerreichung ist kein Schalter, den Sie einfach betätigen müssen, sondern ein grundehrlicher innerer Prozess, den Sie bestimmen. Deshalb gilt:

„Cape diem!“(„Erobere den Tag!“) oder
„Heute ist der erste Tag meines weiteren Lebens.“

Möchten Sie diese Anregungen in die Praxis umsetzen und erwägen Sie hierzu meine Unterstützung?