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Experiment Schule

Was mich bewegt

Ein-Sicht

lachweinhaus-spiegel

Schulen in der Bundesrepublik Deutschland sind so unterschiedlich wie die Schönheiten der Landschaften und die Eigenschaften der darin lebenden Menschen. In den vergangenen Jahrhunderten haben weltanschaulich, wirtschaftlich und politisch intendierte Motivationen unzählige Schulen hervorgebracht. Es gibt sehr kleine, mittlere, große und riesige, Mädchen und Jungen vereint und getrennt aufnehmende, offene und konfessionelle, Schwerpunkte und Abschlüsse fokussierende öffentliche und andere Schulen. Diese Schulen bewahren teils bedeutende Traditionen, haben sich dem Wandel widersetzt, sich ihm unterworfen oder Veränderungsprozesse initiiert. Alle Schulen haben ihre eigene Berechtigung, verdienen aber heute nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit und Wertschätzung.

Während nahezu flächendeckend ganztägige Unterrichts- und Betreuungsangebote fehlen, die soziale Kompetenzen fördern und Familie und Beruf vereinbaren helfen, wahrt im Rahmen der Kultus-Hoheit die Landespolitik vor allem regionale Besonderheiten und realisiert damit ein weitgehend diversifiziertes Schulsystem. Das macht Schulwechsel ortsnah schwer, überregional extrem problematisch.

Auch bleiben in der Schule offen zutage tretende ungenügende Erziehungsleistungen der Eltern weitgehend unbeachtet. Hierauf geeignetes Einwirken scheitert am Konsens zur Aufgabenwahrnehmung, an der dafür gegebenen Qualifizierung der Lehrkräfte und am Mangel an Schule begleitender Sozialarbeit.

Hin-Weg

Unterschiedlicher könnten die Zugänge zur Schule kaum sein: Bildungsnahe und –ferne, gemeinsam, im Wechsel oder alleine erziehende Haushalte mit weit auseinander klaffenden finanziellen Möglichkeiten, entsenden ihre Kinder mit teilweise defizitären deutsch-sprachlichen Verständnissen, begleiten ihren Bildungsweg oder überlassen sie ihrem Schicksal. Soziales Miteinander steht neben nicht eingeübten gewaltfreien Umgangsformen, offen erkennbare und versteckte Schädigungen und Behinderungen treten neben einander auf.

Wer es sich leisten mag und kann schickt das Kind in jene Schule, welche gerade die besten, meistens Wohnort nahen, Bedingungsfaktoren erfolgreichen Lernens verspricht und hofft, dass der Unterricht gut sein wird. Tatsächlich jedoch variieren nahezu unabhängig vom Schulträger Lehrer-Zuweisung und Unterrichtsausfall, Bereitschaften und Kompetenzen der Unterrichtenden und vorgehaltene Lehr- und Lernmittel. Vielerorts sehen sich Eltern gezwungen, in Beiräten und Fördervereinen zum Gelingen des Schulalltages beizutragen und insbesondere zusätzliche Kosten zu schultern.

Vor dem Hintergrund der mit „Bacherlor“ und „Master“ an Fachhochschulen und Universitäten internationalisierten vereinheitlichten Abschlüsse muten die weit auseinander gehenden Schulwirklichkeiten als dringend überholungsnotwendige archaische Relikte an.

Das derzeitige Schulsystem sorgt mit bereitstehenden elterlichen Finanzmitteln für hohe Abschlüsse bei vielen nur mäßig begabten und leistet sich den Verzicht auf eine große Zahl bereitwilliger talentierter Leistungsträger/innen, welche die meisten höchst möglichen Bildungsabschlüsse erreichen könnten. Das ist weder effizient noch effektiv, sondern schlicht insgesamt defizitär und entzweit die Gesellschaft in jene, welche sich Chancen erkaufen, und solche, deren Chancenauswertung eher Zufällen unterliegt, teilen in Habende und Geforderte.

Frühzeitige Konzentration auf bestimmte Voraussetzungen, Fähigkeiten und Leistungen der Schüler/innen unterminiert das grundgesetzlich postulierte Konkurrieren Neben- und Miteinander aller in demokratischen Prozessen mit dem Ziel, das bestmögliche im Konsens zu erreichen. Es fehlt damit auch das tiefgreifende Erlebnis des kreativen Miteinanders der Unterschiedlichkeiten.

Schule genügt aber heute nicht mehr nicht nur demokratischen Maximen, sie ist auch kaum mehr in der Lage, der Wissenschaft genügend interessierte fähige Köpfe zuzuführen Und der Wirtschaft vorausschauend geschulte und motivierte Beschäftigte zu bieten und den hohen Fachkräftebedarf im Inland zu decken.

Aus-Weg

Die Diskussionen und Regelungen schulischen Lernens, der Aufgabenwahrnehmungen, Lehr- und Lernmittel, Kosten und Befreiungen, über die Gebäude und deren Ausstattung und nicht zuletzt der Einbindung der Eltern verlaufen im Sande multi-professioneller Vorstellungen.

Die unübersichtliche, als Vielfalt gepriesene, Zahl unterschiedlichster Schulen wird gerne örtlich als Erfolg lokaler bürger/innennaher Politik gefeiert. Aber ungenügendes erzieherisches Einwirken auf die Schüler/innen, mangelhafte Lehrerfolge Und die Erschwernisse häufig erforderlicher Wechsel von einer in eine andere Schule zeigen, das Experiment Schule ist gescheitert, weil das bundesdeutsche Schulwesen den gestellten Anforderungen heutiger und zukünftiger Lebensgestaltung in Gänze nicht gerecht wird. Die Vielzahl gelungener Experimente an zahllosen Einrichtungen weisen allenfalls auf Richtungen ins Bessere. Bundeseinheitliche verlässliche Standards sind geboten.

Das motiviert mich zu einem Plädoyer für ein bundesweites Angebot allgemeiner umfassender Bildungs- und Lernzentren, hier „Unsere Schule“ genannt.

Vorab sind einige schulische Bildung betreffende oder tangierende Zusammenhänge dargestellt, um mit einer Beschreibung wünschenswerter Entwicklungen eine Fantasie oder Vision der gewollten, also „Unserer Schule“ zu vitalisieren.

Vielleicht führt dieses singuläre Plädoyer, angereichert durch Ergebnisse einer engagierten zielführenden Diskussion, zu einer dynamischen Entwicklung und Realisierung einer in der Koexistenz und Konkurrenz mit gegenwärtigen Schulen überzeugenden Einrichtung.

Was Schule bewegt

Grund-Lagen

Die Bundesrepublik Deutschland präsentiert sich als pluralistische, gesamtheitlich begüterte historische Leidens- und multikulturelle Lebensgemeinschaft. Diese Gesellschaft besteht auf und mit Individualität, Rechtstaatlichkeit, gelebter Demokratie und sozialen Strukturen. Die hier Lebenden unterscheiden sich hinsichtlich

· ihrer lokalen Bestimmtheiten, Herkunft, Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen,

· des geistigen, körperlichen und materiellen Vermögens und der Chancen, dieses zu erlangen,

· der Erwartungen an sich und andere sowie für sie Eintretende,

· der Gewichtungen erreichter und versagter Erfolge,

· der Toleranz in Theorie und Praxis,

· der Erziehungsstile, natürlicher, gewachsener oder erpresster Autorität und

· Gesundheit und Schwere Von Krankheiten sowie der Möglichkeiten, diese zu überwinden

Arbeits-Zeit

Das bundesweite Miteinander ist frei von der Not, täglich körperlich das Überleben zu erkämpfen und geistige Freiräume zu erhalten und fokussiert dem entsprechend Streben nach bestmöglichem täglichem Erleben und lukrativem Arbeiten. Traditionelle Bindungen an den „eigenen“ Betrieb sind zunehmend politisch begründeten, Strukturellen und rezessionalen Arbeitsplatzverlusten erlegen, ohne allen gleiche Chancen alternativer Beschäftigung zu bieten, und haben partiell zur einseitigen inneren Kündigung und Lösung der Beschäftigten vom ihrem Unternehmen geführt.

Verstärkt wird diese Loslösung vom „eigenen Betrieb“ durch den massenhaften, als Weg zum Arbeitsplatzerhalt dekorierten Einsatz schäbig bezahlter Kurzarbeit, welche den zeitlich sklavisch Eingesetzten noch zumutet, das für das Finanzieren einfachen familiären Lebens notwendige Einkommen aus öffentlicher Hand aufgestockt zu bekommen.

Als Schlüssel zum Erfolg gerieren Flexibilität, Mobilität und unmittelbare Verfügbarkeit. Beruflichen Geboten unterliegen folglich vermehrt Ambitionen, Wohnort, Freunde und Familie, Gemeinschaften, Gemeinsamkeiten und Gemeinsinn; es changieren die Wertvorstellungen.

Subito-Gesellschaft

In der bundesdeutschen Gesellschaft siegt, getragen von Ungeduld in der Erwartung sofort eintretender Wirkungen, das Hier und Jetzt über Geduld mit Veränderungsprozessen. Geschwindigkeit ist ein eigener Wert, Langwieriges wird abgelehnt. Diese Rasanz lässt oft unzureichend Raum für Differenzierungen und Konzessionen; ihr unterliegen Toleranzen und Akzeptanzen, Diskriminierung fällt leicht.

Familien-Leben

Unter dem Druck allgegenwärtigen Erreichbar- und Bereitseins für alle anderen und alles andere leben sich Familien auseinander, zerfallen zu Wohngemeinschaften mit oft auf Oberflächlichkeit reduzierten Wahrnehmungen und unzureichend abgestimmten Priorisierungen. Im Morast defizitärer sozialer Kompetenzen wuchern zudem bisweilen Entwicklungen unvorstellbarer Grausamkeiten, Brutalitäten und Geist und Körper vernichtender Drangsalen, die zumeist Frauen und Kinder treffen.

Unternehmerischem Trachten und dem demografischen Wandel ist geschuldet, dass immer jüngere Menschen aus regelhaften Arbeitsprozessen ausscheiden und immer mehr alte Menschen die Zuwendung und Pflege anderer benötigen. Eltern haben immer häufiger erst ihre Kinder, dann eigene und angeheiratete Eltern zu bemuttern, ohne dass regelmäßig generationenübergreifendes Zusammenleben gegeben ist.

Begüterte wechseln in Senioren-Wohnanlagen mit Kultur- und Gesundheits-Management. Den großen Rest der Betroffenen ereilt das Schicksal ambulanter Schnellpflege oder gar des anonymisierenden Versorgungs-Business. Deshalb und zum Schutz vor finanziellem Ruin organisieren zuweilen Betroffene gesetzwidrige häusliche Leistungen mit osteuropäischen Touristinnen als Pflegekräfte. Dieses nahezu öffentliche Handeln rechtfertigen sie mit der fehlenden Würde im Sinne wirklicher Selbstbestimmtheit ihrer Angehörigen und der ihnen aufgebürdeten sozialen Ungleichheit und zugleich mit der Unfähigkeit, persönlich eigenes Arbeiten und umfassende Versorgung und Pflege zu stemmen.

Gewinn-Sucht

Globales Konkurrieren zu Lasten heimischer Märkte, Unverhohlene Gewinnsucht, das Gebaren großer Firmen, Versicherungen und Banken haben Angebotsstrukturen und Konsumverhalten wesentlich verändert:

Der gewinnsüchtig beworbene, als Endverbraucher disqualifizierte Kunde vertraut zu Lasten ehemaliger Produkt- und Firmentreue eher eigenen computergestützten Recherchen als der Möglichkeit individueller anonymer Konsumbefriedigung. Dabei rangiert das finanziell günstigste Angebot vor Nachhaltigkeit und erliegt allenfalls bei anderer Gelegenheit der Schelte egoistischen Wirtschaftens.

Das „Subito-Syndrom“ dominiert auch in gesellschaftlichen und politischen Angelegenheiten: Zu Lasten langjährig gewählter Repräsentanten werden gesellschaftliches Interesse und politischer Wille flugs gefundenen Sprecherinnen und Wortführern überlassen. Selbstverständliche, pauschal begründete Zugehörigkeiten weichen hinter spontanen Gruppierungen zum robusten Drängen auf eiliges Verwirklichen konkreter Ziele zurück.

Bindungsverluste reklamieren unisono auch Vereinigungen, Vereine, Konfessionsgemeinschaften, Gewerkschaften und Parteien. Sie vermissen den von der Selbstständigkeit in die Eigenständigkeit gewechselten Menschen.

Um die jeweilige „Message“ zu pilotieren, trachten alle danach, Mittels eines zielgerichtetem, zeitlich passenden Informationsmanagements ein wirksames Nachrichtenfindungs-und –Gewichtungssystem einzusetzen und durch ausgewählte Problematisierungen und engagierte Kommentierungen beliebige Wertungen, Einstellungen und Sympathiebekundungen zu befruchten.

Dabei konkurriert vielfach als antiquiert diffamierte traditionelle Kommunikation per Brief und Gespräch mit „stand-by“ erreichbaren Zielgruppen in sozialen Netzwerken , welche auch das privateste öffentlich machen und alle „geaddeten“ zu Freund/innen werden lassen.

Aus-Sage

Die multimediale Gesellschaft strukturiert sich nicht ohne Opfer vermeintlich unausweichlich zunehmend dynamisch, denkt und rechnet im Sekunden- und Minutentakt. Erfolgversprechende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gebietet Mittun und Anpassen, provoziert aber auch persönliche Betroffenheit und beispielgebend Prozesse des Strebens nach Erhalt individueller Freiheit und Freizeit durch Aktiv gelebtes entschleunigen.

Wie Schüler/innen werden

Werte-Entwicklung

In der Bundesrepublik Deutschland stehen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter umfassendem rechtlichem und tatsächlichem Schutz ihrer Gesundheit, Erziehung, Bildung und Rechtsstellung. Auf der Grundlage dieses rechtlich bindenden Konsenses und vor dem Hintergrund weitgefächerter Diversifiziertheit der Gesellschaft bestimmen unterschiedlich gewichtende Wertesysteme die elterliche, familiäre und gesellschaftliche Einstellung auf Kinder, deren Erziehung und kulturelle Förderung.

Das derzeitige Wertesystem basiert unter anderem auf der dem Zusammenwachsen Deutschlands geschuldeten als selbstverständlich diskutierten Vereinbarkeit familiärer Bindungen und beruflicher Engagements. Für Kinder relevantes gesellschaftlich und kulturell bereichertes Miteinander beflügelte auch das von hiesigen Unternehmen ausgelöste vielversprechende Einstellen von Frauen und Müttern, das durch Schübe gekennzeichnete dringliche Anwerben benachbarter und weiter entfernt lebender Arbeit Suchender und das anhaltende Gewähren von Zuflucht vor heimatlichem Terror, Hunger, Trost und Arbeitslosigkeit.

Weitgehend wertschätzendes Miteinander in der multikulturellen Gesellschaft trüben vereinzelt, archaische Regeln befeuernd, Befürworter hier gesellschaftlich und kulturell längst überwundener Traditionen zu Lasten weiblicher und kindesgemäßer Selbstbestimmung und jene, welche derlei Aktivitäten wollüstig tendenziös nutzen, um Ängste vor dem unbekannten Fremden zu schüren. Das bleibt für die Kinder der so Stigmatisierten am allerwenigsten ohne Wirkung und bestimmt grundlegend das Spektrum gesellschaftlich relevanter Einstellungen und Verhaltensweisen.

Selbst-Ständigkeit

Die Jüngsten erleben auf Spiel- und Tummelplätzen, in Krabbelstuben und Kindergärten anders als zuhause vorwiegend Frauen als Bestimmende. Tatsächlich setzen sich nach Jahren der Zurückweisung burschikosen Verhaltens im Sinne der Mädchenförderung analog zu den Wirklichkeiten in den Haushalten eher maskuline Züge durch: Jungs dürfen laut, grob und bestimmend sein.

Kinder und Jugendliche halten sich weniger an von Eltern Gepredigtes und in der Schule Gehörtes, lernen vielmehr von ihrer Umwelt, bevorzugt von Freunden, übernehmen bereitwillig in Fernsehen und Film Gesehenes. Frühzeitig erkennen sie familiäres Haben und Vermögen, gravierende Unterschiede gewährter und verwehrter Rechte und Chancen eigener beruflicher und wirtschaftlicher Entwicklung.

Schon die Kleinsten werden aus unterschiedlichsten Gründen durchaus auch für lange Zeit sich, Programmen, dem Fernseher und anderen überlassen. Still halten erfährt Lob, zugesteckte Bonbons und diverse „Goodies“ und gerinnt zu erlernter Bedürfnisbefriedigung.

Um entweder die gemeinsame Eltern-Kind-Zeit nicht durch erzieherisches Einwirken und darauf folgende Debatten einzutrüben oder in der Öffentlichkeit keine Zweifel am eigenen Erziehungsstil und Erziehungserfolg aufkommen zu lassen, beschränkt sich Erziehung dann zuweilen auf das Akzeptieren einer Bandbreite Bemerkungen werter Vorkommnisse und verteidigendes Negieren allzu groben Unfugs.

Schul-Erfahrung

Im individuellen emotionalen Dickicht lenken gezüchtete Begierden oder etablieren zeitgemäßer Lohn und persönlich passendes Anerkenntnis gravierend Erfolgsorientierung, intrinsisches Befeuern eigenen Handelns und als richtig erkannte Problembeseitigungsstrategien. So sind noch vor dem Schulbeginn maßgebliche Einstellungen und Werte verankert.

Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn kaum sein: Eklatante Kenntnisunterschiede und individuelle Nachteile, weitgehend begründet in deutsch-sprachlichen Unzulänglichkeiten und fehlenden elterlichen Schulerfahrungen, kennzeichnen den Start ins Bildungssystem. Verpflichtende Vorbereitungskurse suchen Kenntnisstände und Fertigkeiten zu nivellieren, damit gegenwärtige Schwächen und Lücken nicht zu permanenten Nachteilen werden.

In der Grundschule weichen kindlicher Bedeutungsgewinn infolge elterlicher Fürsprache und die Euphorie ersten Entdeckens, Erkennens und Erprobens zunehmend der Wahrnehmung überraschend konsequent eingeforderter Beteiligung und des permanenten Mittuns. Ohne persönlichen Fortschritt ausreichend glaubwürdig wertzuschätzen, verlangt der Schulalltag permanent kollektive Leistungsbestätigung.

Lehrer-Ausstattung

Traditionell grundlegend für die Qualität schulischer Bildungsprozesse ist die Zuweisung von Pädagog/innen, das Lehrer-Schüler-Verhältnis. Ausgeklügelte Berechnungen systematisieren den Einsatz von Lehrkräften in der Schule und vereinen als eher grobes Netzwerk angebotene Fachlichkeiten mit zu realisierenden Unterrichtseinheiten.

Dabei gilt in Folge dramatischen Fachkräftemangels zunehmend als einsatzfähig, wer beamteter oder angestellter Lehrer oder etwa als Wissenschaftler/in hinlänglich qualifiziert ist oder sonstige an die etablierte Lehrausbildung angelehnte Voraussetzungen für zumindest zeitweisen Einsatz bietet. Unzureichend berücksichtigt oder gar überwiegend ausgeglichen mittels Vertretungspools werden dabei disponable kurzfristige und langwierige Erkrankungen, Schwangerschaft oder Altersbeschwerden der Stelleninhaber/innen, pädagogische Fortbildung oder innerschulische Organisationsleistungen.

Weiterer maßgeblicher Faktor erfolgversprechender Lehrstoffvermittlung und Unterrichtsgestaltung ist die Klassenstärke. Einer Lehrkraft häufig zugemutete zu große Gruppen blockieren Erkennen individueller Besonderheiten, familiärer Gegebenheiten und sozialer Belange, erschweren differenzierendes Arbeiten mit allen Kindern und Unterstützen Einzelner und behindern Dialoge fördernde Möblierung im Klassenraum, Gruppentische und Einzelarbeitsplätze.

Schul-Mängel

Zur Wirklichkeit gegenwärtigen Unterrichtes und Lebens in der Schule gehören neben vortrefflichen Konzepten und Realisierungen auch gravierende behelligende persönliche Fehlleistungen, sachliche Unzulänglichkeiten und bauliche Mängel.

So drangsalieren wiederholt erlebte fehlende Wertschätzung, aggressive Sprache, Häme oder Intoleranz anstelle altersgerechter zielführender Ansprache der Lehrer/innen im und am Rande des Unterrichtes betroffene Kinder, bewirken stereotyp im Unterricht einzelne fokussierende Ungeduld und Drängelei. Unsicherheit, Vertrauensverlust und Leistungsversagen, destabilisieren perpetuierte Inkonsequenz, Regelverletzungen und zu beanstandendes Erscheinen ebenso wie unzureichende Vorbereitung auf den Unterricht oder lückenhaftes Bereithalten geeigneter aktualisierter Materialien die natürliche Autorität der Unterrichtenden.

Kollegiales Gezerre um das Vertreten zum Unterricht eingeteilter Lehrer/innen nährt die Annahme eigentümlicher Freiräume der Bediensteten. Im Falle zu vertretender Pädagog/innen konstituieren sich unabhängig von unvermittelt eintretender oder planbarer, geahnter oder gewusster, beiläufig erwähnter oder im Kalender vermerkter Abwesenheit immer wieder desaströse Szenerien persönlicher Unfähigkeiten und organisatorischer Flickschusterei, wenn Lehrer/innen auf „ihre freie Zeit“ pochen, „Wichtigeres“ vorschützen oder sich gar scheuen, in „diese Klasse“ zu gehen.

Vorbereitete Vertretungsprogramme darben unter mehrheitlich akzeptierten simplen Zeit überbrückenden beauftragten oder geduldeten Umtrieben der Schüler/innen, weil im Vertretungsfall Fortsetzung oder Wiederholen des Unterrichtes, vermitteln inhaltlich korrespondierenden Lehrstoffes, leiten selbstständiger Schülerarbeit oder Lehrgespräche zu aktuellen Belangen nur ausnahmsweise zu gewärtigen sind.

Leistungs-Bewertung

Nur bedingt dienen als objektive Gradmesser erfolgreichen Unterrichtens gängige Lernerfolgskontrollen. Klassenarbeiten sind regelhaft auf den extrinsischen Reiz reduziert, Wissen temporär aufzuarbeiten und zu belegen.

Zumeist einseitig notierte Punktwerte spiegeln unzureichend erbrachte Leistung als die individuell erreichte und gezeigte, persönlichen Lernfortschritt erkennende und würdigende und die mit anderen vergleichende korrelierte zu attestierende Niveauaussage über Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten einschließlich der hieraus resultierenden perspektivischen Erwartungen. Ohne im Dialog Verläufe darstellende, Verständnis findende Begründung scheinen sie weitgehend akuter Tagesform und virulenter Sympathie der Beurteilenden geschuldet.

Gruppen-Bildung

Zielführendes Diagnostizieren individueller Fähigkeiten, Wecken und erhalten von Leistungsbereitschaft im Rahmen propagierter Mädchenförderung hat zudem bewirkt, dass Jungs weniger lernbereit sind. Als Heranwachsende haben sie vor Augen, wie im gesellschaftlichen Wettstreit das „Erfolgsmodell Mann“ zunehmend unter den Druck gut ausgebildeter motivierter dynamischer Frauen gerät, ohne sich mehrheitlich gefordert zu sehen, geeignete Strategien zum Erreichen bestmöglicher Ergebnisse zu entwickeln

Fehlende Motivation, ungeeigneter Einsatz von Lernerfolgskontrollen und persönliche Entwicklungen, ungenügend honorierende Bewertungen erbrachter Leistungen beeinträchtigen dauerhaft das Vertrauen in Gleichbehandlung, Gerechtigkeit und zielführende Förderung im Schulsystem und beschleunigen Anerkennung suchendes Verhalten vorwiegend neben und außerhalb der Schule in sich rasch entwickelnden und teilweise verselbständigenden Gruppen.

Sprach-Entwicklung

Im jugendlichen Miteinander lassen multimediale Kids das Hier und Heute als antiquiert erscheinen. Als schwerfällig empfundene tradierte Kommunikation ist längst gehätschelten, als soziale Netzwerke benannten, finanziellen Goldgruben erlegen.

Privates wird öffentlich, empfohlene Unbekannte avancieren zu massenhaft gelisteten Freunden. Alles wird zum „Hype“, wird kommentiert und gepostet. Es fungiert das Jetzt im Irgendwo.

So versprüht in einem eigen definierten Individualismus offen erkennbar für alle, die es wahr haben wollen, kollektiviertes Sein den Charme grenzenloser Freiheit und Bestimmung des täglichen Votierens und Empfindens und der Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen im Land.

Eltern-Los

Im Geflecht existenzieller privater, beruflicher, gesellschaftlicher und finanzieller Anforderungen entwachsen Kinder Erziehenden immer früher. Um den gerade noch gehaltenen Rest Richtung weisenden Einflusses nicht auch noch einzubüßen, versuchen Eltern im ungleichen Machtkampf mit Freunden und Medien mit immer neu aufgelegten „Roadmaps“ den Weg ihrer Kinder ins Heil gangbar zu halten.

Bei der individuellen Profilierung wird bislang als richtig Angenommenes in Frage gestellt. Pubertäre Entwicklung bietet, die Sprache der protestierenden Jugendlichen adaptierend, auch gar nicht geheimen Verführern große Chancen, fremd bestimmte Ziele durchzusetzen. Fragwürdigen Vorbildern nacheifernden Jugendlichen wird als Eigenständigkeit vorgegaukelt, was bloßer Konsum ist.

Während Heranwachsende in den besonderen Phasen der Pubertät und im Abstand Identifikation suchend nach Individualität trachten, deformieren Gespräche zu Statements, erscheinen Regelungen als folternde Eingrenzung, werden Maßnahmen im Höhenflug konterkariert.

Wo in kritischen Entwicklungsphasen an der eigenen Person erlebtes elterliches Entziehungsverhalten beobachtbare Entsprechung in der Platzierung unpassender Verwandter in vielfach finanziellen Ruin markierenden entwürdigenden Alten-Aufbewahr-Anstalten findet, Versiegen auf Dauer elterliche konstruktive Gespräche.

Schatten-Leben

Während die mit Überfluss protzende Gesellschaft auch den im Schatten Lebenden suggeriert, alles sei machbar, erreichbar, ersetzbar oder verzichtbar, stellt sich unter dem Aspekt objektiv gesehener allumfassender Möglichkeiten Mangel als subjektiver eigenständig zu behebender Nachteil dar. Anderes wird diffamiert, um persönliche Einschränkungen zu negieren.

In der Euphorie absoluter Beherrschbarkeit des unablässigen technologischen Wandels und der hierdurch intendierten gesellschaftlichen Prozesse kungeln Heranwachsende in eigenen Lebensgefühlen und Rechtsräumen. Was nicht dazu gehören soll, wird, teils in rabiate Zerstörung und offene Brutalität gegen Personen und Sachen eskalierend und oft begleitet von einem eklatanten Mangel an erkennbarer Betroffenheit, entsorgt.

Wer Schule macht

Der Overhead

Hierarchische Überbauten mit ihren Legionen unter Minister/innen eingestuften politischen und Berufsbeamten und den zahllosen Geist bietenden und Hand langenden Beschäftigten bestimmen das Geschehen in der Schule. Im Vordergrund steht Politik und damit verbunden die Frage wahlwirksamer Repräsentation in befristeter Zeit erbrachter Leistungen.

Hingebungsgeneigte Aufgabenwahrnehmungsfetischisten, Vertreter verschieden motivierter Vorstellungen und ambitionierte Fachkundige wirken im Durchsetzungswettstreit und Karrieredschungel.

Entwicklungshorizonte münden in Regelsätzen, Formen, Formalitäten edukativer Wissensdarbietung. Amts- und Aufgabenbereiche gebären Zuständigkeiten zur Einflussnahme auf örtliche Lerngeschehen. Vorgaben begründen Rücksprachen, Feedbacks suggerieren Justierungen, Problematisierungen werden zum Beschwerdemanagement.

Eingebunden in die Kultushierarchie werden Schulen zunehmend partielle Freiheiten belassen, etwa in ausgewählten Finanzbereichen, in Fragen des Personaleinsatzes oder auch hinsichtlich unterschiedlicher Vermittlungskonzepte. Sie konfrontieren Eltern und Kinder mit konkurrierenden örtlichen Ausformungen des Lernbetriebes, der bei einem Schulwechsel zur Last wird.

Persönliche Lebenskonzepte, familiäre Entscheidungen und berufliche Entwicklungen und damit Fragen des Zusammenlebens und Wohnens werden nicht ausschließlich individuell entschieden, sondern oft von Geschehnissen und Entscheidungen anderer geprägt. Länderverantwortung der Kultushierarchien ist deshalb insbesondere, reibungsarme Schulwechsel in andere Regionen der Bundesrepublik zu gewährleisten.

Schul-Gemeinde

Schulischer Alltag ist das teils forsch auftretende Mit- und Nebeneinander eigenständig wirkender Gremien und Institutionen. Dazu gehören:

· die auf Schadensbegrenzung reduzierte Schulsozialarbeit,

· der Vergangenheit in Zukunft interpretierende Präventionsrat,

· der ungenügender öffentlicher Finanzausstattung erlegene Förderverein,

· der für die eigenen Kinder Bildungsqualität einfordernde Schulelternbeirat,

· die demokratisch legitimierte Mitwirkung darstellende Schulkonferenz,

· die Ideen managenden Fachkonferenzen,

· die Last und Überlastung jonglierende Personalvertretung,

· die alles Denken, Fühlen, Handeln in Schulwirklichkeit münden lassende Gesamtkonferenz und

· die eine Repräsentation nach innen und außen jonglierende Direktion.

Die in den Schulen Unterrichtenden verstehen sich als Hierarchie freies Kollegium. Es lassen sich zwar Schulleiterinnen, Vertreter, Mitglieder der Schulleitung, Fachbereichsverantwortliche und sonst wie Zuständige mit und ohne minimiertes Unterrichtsstundensoll finden, aber eine Direktion mit Personalverantwortung und Weisungsbefugnis ist nicht gegeben.

Auch aus anderen Gründen sind den Unterrichtenden kollegiale Strukturen vertrauter als schnöde Unterordnung: Da das bundesrepublikanische Bildungssystem hohe Schulabschlüsse und das Studium der Angehörigen so genannter Bildungshaushalte begünstigt, werden Lehrer/in zumeist Kinder aus eher gewaltarmen „geordneten“ Verhältnissen. Prekäre Lebenssituationen und deren Folgen kennen sie nur vom „Hören-Sagen“.

Auch ist der Weg aus der Schule in die Schule zumeist frei von Erlebnissen fremdbestimmten abhängigen Arbeitens mit Leistungs- und Erwartungsdruck sowie Angst vor existenzieller Not. Zudem sind die meisten Lehrkräfte verbeamtet. Das schafft ein auskömmliches Maß an Sicherheit vor arbeitgebertypischen unerwarteten Anforderungen und Belastungen und eröffnet hervorragende Chancen der Verweigerung persönlichen Engagements.

Arbeits-Umfeld

Gemeinschaftliches zeigt auch des Lehrers Arbeitsumfeld:

Mit der Tristesse eines großen Klassenraumes bietet die Trutzburg Lehrerzimmer mit seinen angestammten Plätzen für Tasche, Frühstück und Kaffeepott oder alternativ Teebecher, mentale, vielleicht auch dösige Vorbereitung auf die nächste Unterrichtsstunde, eine Einheit von zumeist 45 Minuten, von der Schülerinnen und Lehrer gleichermaßen wissen, welche Strategien zum unbeschadeten Überstehen geeignet sind. Die Atmosphäre gut meinende Beratung signalisierender Besprechungszimmer sind etablierter Uninteressiertheit und permanenter Raumnot geopfert. Auf separate Lehrerarbeitsplätze, ausgestattet mit PC und Telefon, Fernseh-, Radioempfang und Aufzeichnungsgeräten, verzichten die Kolleg/innen mit Blick auf das Privileg, ihren Unterricht rechtfertigungsfrei in eigener zeitlicher Regie zuhause oder sonst wie vorbereiten zu dürfen.

Keineswegs leidet darunter die kollegiale Diskussionsfreude, das Dogma des vor Taten stehenden nicht endenden Dialogs als eigener Wert. So wirken neben ambitionierten Professionellen pädagogische Nebendarsteller an der Realisierung und Gestaltung des „Lernen“ genannten Unterrichtens in der Schule mit.

Es fehlen Lehrer/innen verinnerlichte Gefühle, Erfahrungen und theoretische und praktische Kenntnisse außerschulischen Lebens als wichtige Voraussetzungen, um Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden nachvollziehbar und glaubwürdig Lernen für das Leben bieten zu können und dabei Vorbild zu sein.

Unterrichts-Form

Alle Lehrenden sind für den Erfolg aller Kinder in der Schule verantwortlich. Sie entscheiden vor dem Hintergrund gesetzter zu erreichender Lernziele und erreichter Lernerfolge über Vorzüge und Wahl frontaler und kooperativer Vermittlungen, gemeinschaftliches Vorangehen und individuelle Förderung, Theorievermittlung und Praxisübungen sowie Einsatz motivierender Lern- und Erfolgskontrollen.

Dazu gehören das permanent Aufmerksamkeit erreichen, Interesse wecken und Spannung aufrechterhalten wollen und können, Feedbacks wertschätzend nutzen, um Vermittlungsstadien zu resümieren und transparent zielgerichtet partielle Wiederholungen zu bieten sowie kleine wie große Erfolge kommunizieren und individuell und kollegial feiern.

Hierzu aber sind Lehrer/innen mangels entsprechender Lebens- und Studienerfahrungen nur unzureichend in der Lage. Tatsächlich jedoch bedarf es eines Paradigmenwechsels, der ganzheitliches Einwirken auf Schüler/innen während der gesamten Schuljahre vorsieht und wertschätzendes Behandeln aller Kinder als zu begeisternde Kunden der Schulen und des Lehrpersonals verwirklicht.

Was Schule kann

Ziel-Gebung

Die Chancen eigenverantwortlichen gestaltenden Handelns in der Bundesrepublik basieren auf der allumfassenden Garantie geachteter Würde des Menschen durch den demokratischen und sozialen Rechtsstaat und die daraus resultierenden Verpflichtungen des gesamten Bildungs- und Wirtschaftssystems. Öffentliche Schulen haben die zur umfassenden aktiven Teilhabe erforderlichen Lern- und Vermittlungsprozesse in hoheitlicher Verantwortung und Finanzierung unter Beteiligung aller legitimer gesellschaftlich relevanter Kräfte anforderungsgerecht vorausschauend zu ermöglichen.

Erfolg schulischer Bildung manifestiert sich nach Meinung des Verfassers in zielbewusster Förderung aller entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten unabhängig von finanziellen Begrenzungen, des weitgehend realisierten Ausgleiches vorhandener oder eintretender Beeinträchtigungen und Defizite unter regelhaftem Bewahren bestehender Bindungen und Gruppen und dem Initiieren der persönlichen Herausbildung tragfähiger perspektivischer Lebensgestaltung. Mit der nachfolgenden, keineswegs Vollständigkeit beanspruchenden Vision der Schule der Zukunft, im weiteren „Unsere Schule“ genannt, laden hier skizzierte bereits erreichte Standards und ergänzende Vorstellungen zum Diskurs über wegführende Entwicklungen ein. Textlich wird unterlegt, die Vision sei bereits Gegenwart.

Lern-Ort

Der Außenbereich „Unserer Schule“ wird als weitgehend öffentlicher Park für Bürgerinnen und Besucher der Kommune mit zum Verweilen einladenden Grünflächen, Aufenthalts- und Spielbereichen gestaltet. Für Schüler/innen sind unterschiedliche einsichtige und spezifizierte Bereiche abgegrenzt. Kreis, Stadt und Schulgemeinschaft sehen Gestaltung, Pflege, Sauberkeit und Sicherheit als gemeinschaftlich verantwortete Aufgabe.

Je weniger Grün die Umgebung bietet, desto mehr sollen die Schulgebäude natürliches Erleben fördern und kulturelle Bezüge ermöglichen. Zukunftsrelevante Planung verwirklicht energetische, ökologische und weitsichtig ökonomische Bauweise und Verwendung von Materialien und erlaubt flexible Anpassungen einzelner Bereiche an variierende Anforderungen. Der ausnahmslos barrierefreie Zugang zu allen Informations-, Veranstaltungs-, Aufenthalts-, Arbeits- und Studienbereichen sowie der sanitären Anlagen und aller schulrelevanten Büros und dafür in Frage kommenden Funktionsräume unterbindet jegliche Stigmatisierung als bauliche Vorentscheidung.

Der auf ganztägigen Schul- und abendlichen Lernbetrieb ausgerichtete Bau bietet aktuelle multimediale Einrichtung der Klassen- und Gruppenräume, Einzelarbeitsplätze und Info-Bereiche und funktionsentsprechend zum Aufenthalt motivierende Ausstattung. Direktion, Sekretariat und Funktionsbereiche, Büros für Lehrkräfte, sozialpädagogische Betreuung und diverse Gespräche erreichen bestmögliche Wertschätzung der Beteiligten und allgemein anregende Atmosphäre.

Als staatliche und interkommunale Aufgabenerfüllung realisiert bereitstehende, sich anbietende, auf- und heimsuchende Sozialarbeit kenntnisreiche verfügbare sozial-pädagogische therapeutische Unterstützung und außerschulisches Streetworking.

Gesamt-Schule

„Unsere Schule“ ist ein integratives durchlässiges System und verwirklicht für ihren Einzugsbereich die Bildung sämtlicher Schüler/innen mit unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten und Beeinträchtigungen. Anstelle der bisherigen alle Fächer umfassenden Stufungen in Haupt-, Realschule und Gymnasium treten nach Lernfeldern gegliederte zu erreichende Leistungsstufen. Auf einzelne Lerndefizite gerichtete Wiederholungen nicht erlernter Unterrichtsinhalte machen Nicht-Versetzungen gegenstandslos.

Zum Schulstart gebildete Klassen werden frühzeitig zunehmend ersetzt durch fachbezogenes Grundlagen bildendes vorbereitendes Einzel-Lernen, Lernen in kleinen Gemeinschaften oder Themengruppen. Soweit nicht besonderen Lernbedingungen geschuldet, Ist das in 45-Minuteneinheiten gestückelte Unterrichten generell überführt in ganzheitlich angelegte, sich zunehmend verzweigende, größere Zeiträume nutzende Block-Unterrichte und Projekte. Lernen in „Unserer Schule“ wird parallel begleitet von sozialer Unterstützung, Differenzierter Lernförderung und Interessen bezogenen Weiterungen und Vertiefungen.

Der unterrichtsbezogene kontinuierliche Lehrer-Schüler-Dialog weist wertschätzend kritisch bislang erreichte Stände aus und motiviert zu weiteren Leistungen. Schulaufgaben als Bestandteil des Unterrichtes werden in der Schule erledigt und deren Qualität konstruktiv kommentiert.

Festgestellte Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und praktische Umsetzungen werden für die jeweiligen Lernfelder epochal verbalisiert. Differenzierte Bestätigungen erreichter Lernerfolge und zu erwartender Fortschritte weisen parallel mit den individuellen Entwicklungsständen auf derzeitige oder sich bildende berufstypische Charakteristika hin.

Beharrliche Beeinträchtigungen und dauerhafte Defizite sind Auftrag an Lehrer/innen und sozialpädagogischen Dienst zur zielführenden Organisation geeigneter Maßnahmen in der Schulgemeinde und der Abstimmung mit den Erziehungsberechtigten.

Mit Blick auf die effizient zu nutzende Schulzeit sind Unterrichtsfelder und die ihnen zugewiesenen Stundentafeln turnusgemäß kritisch überprüft und an deren Bedeutung für den weiteren Werdegang und eine mögliche berufliche Qualifizierung der Schüler/innen orientiert. Pflicht-, Soll-Stunden und freie Wahl der Unterrichtsfächer bieten den Lernenden gemäß ihrer Interessen Priorisierungen während der gesamten Schulzeit.

Beteiligungs-Kultur

„Unsere Schule“ beweist sich als mustergültiges demokratisch strukturiertes soziales Gemeinwesen. Sie gewährleistet generelle aktive Teilhabe möglichst aller derzeit und absehbar Betroffenen an den Entscheidungsprozessen und deren Umsetzungen und würdigt kritische Beiträge und zeitweilige Skepsis und Abständlichkeit als Ausdruck eigenständigen Denkens.

Organisatorische Rahmenbedingungen, Gestaltung der Gebäude und der Schulumgebung, Verwendbarkeit der Ausstattungen, Eignung eingesetzter Unterrichtsmaterialien, Einsatz der Lehrkräfte, Vorbereitung, Gestaltung und Auswertung des Unterrichtes, Lehr-Lernerfolgs-Kontrollen, Kursfahrten, Praktika, Schul-Sozialarbeit, kulturelle Angebote und Gemeinschaftsfeiern werden als kontinuierliche Verbesserungsprozesse verstanden und konstruktiv thematisiert. Wertschätzendes Miteinander unabhängig von Aufgabe, Auftrag und Stellung, Funktion und zeitlichem Engagement prägt das Geschehen in der Schulgemeinde.

Der Schule gelingt das Miteinander geförderter individueller Stärke und das Tragen gemeinschaftlicher gesellschaftlicher Verantwortung für das Geschehen in und um die Schule. Offenes Benennen eigener Vorstellungen und Erwartungen, Wünsche Einzelner und von Gruppen werden konstruktiv thematisiert; sprechen mit anderen zeigt Wege auf und trägt zur Konfliktlösung bei.

Als erfolgreiches Merkmal wertschätzender Beteiligungskultur realisiert sich Verzicht auf jegliche physische und psychische Gewalt einschließlich jedweder Diskriminierung aller untereinander und gegenüber Dritten. Grobe Verstöße sind diskreditiert und sozial geächtet. Kollektives Verantworten beweist sich im bewussten Hinsehen und Erkennen bei eskalierender Gewalt und eigenverantwortlichem frühzeitigem eigenem Einschreiten.

Lern-Erfolg

Schule löst für die Jüngsten das Versprechen ein, zu erlernen, was als bedeutende Vorstellung prägende Eltern, ältere Geschwister und andere Kinder können. Lesen, Schreiben, Rechnen, Malen, Singen und Basteln sind erste Schlüssel zum Entdecken eigener Stärken und Vorteile im Vergleich mit anderen.

Sprachlich gut vorbereitete Kinder entdecken im Nebeneinander „Unserer Schule“ neue Perspektiven des miteinander Umgehens. Im Klima anhaltender individueller Verwirklichung gedeiht mit stabilisierter Erfolgsorientierung eine positive Persönlichkeitsentwicklung.

Im multikulturellen Miteinander erkennen alle Unterschiedlichkeiten als bereichernde Beispiele vielfältigen Könnens. Hieraus erwachsen Orientierungen für das eigene unmittelbare und spätere Weiterkommen.

Über das Unterrichten hinaus bietet die Regelschule als ganztägige betreute öffentliche Einrichtung Raum zu eigen bestimmtem Sein; Spielen und Lernen, freie Zeit, gemeinsame Mahlzeiten und von Mentoren begleitetes Arbeiten unterstützen Eltern bei ihrer Erziehungsleistung und tragen wirksam zur gesellschaftlich konzipierten Vereinbarung von Familie und Beruf bei.

Anders-Sein

Während der Zeit virulenter Pubertät wird Erziehungsberechtigung zur widerständlichen, für manche Beteiligte vielerlei ungeahnte Anforderungen verlangenden, Pflicht. Sprunghaftes Ansteigen anderer Einflussnahmen, Ablenkungen und zahlreiche Versprechungen und Verführungen leichtgängiger, anstrengungsfreier oder wenigstens –armer Wege konterkarieren elterliches und schulisches Einwirken auf die nach Identität drängenden, auch visionär sich entpuppenden, Mädchen und Jungen.

„Unsere Schule“nutzt virtuos Möglichkeiten, Unterricht differenziert in passenden Gruppen zu erteilen, um einerseits das Erproben unterschiedlicher Darstellungs- und Durchsetzungsstrategien zu ermöglichen, und andererseits anstelle koeduktiven Arbeitens Mädchen und Jungs getrennt zu unterrichten, um in Entwicklungsunterschieden begründete Ablenkungen und Konflikte zu minimieren und die Fokussierung auf Thema und Stoff zu fördern.

Entgegen Vereinzelung und alleine gelassen sein bieten gerade in dieser Entwicklungsphase Kooperation mit anderen Erziehenden und den Lehrkräften „Unserer Schule“ und schulseitig belebte auch Anonymität wahrende Foren und soziale Netzwerke hilfreiche Informationsgewinnung und Austausch über praktikable Ziel gebende und Weg weisende Begleitung der pulsierenden Jugendlichen. Das trägt zur persönlichen, individuell passenden Meinungsbildung bei.

Wesentliches Merkmal zeitnahen qualifizierten Zusammenwirkens von Familie und Schule Ist die breitgefächerte Erreichbarkeit aller Lehrkräfte, der Sozial-Pädagog/innen und sonstiger relevanter Verantwortlicher der Schule. Sie realisiert parallel zum täglichen Geschehen Beratungsvielfalt im Dialog vis-avis, per Videokonferenz und im Internet mit allen Betroffenen.

Muster-Bildung

„Unsere Schulen“ tragen im eigenen Verbund und mit anderen geeigneten Trägern aktiv zur Bereitstellung vielerlei Ausbildungs- und Praktikaplätze, Hospitations-, Referendariats- und Volontariats-Angeboten bei. Im Vordergrund stehen neben schulspezifischen Studien für die eigenen Belange interessante Ausbildungsgänge in den Bereichen Organisation und Finanzen, Sekretariat und Verwaltung, Gebäudemanagement und Haustechnik, Information und Kommunikation, Garten- und Landschaftsbau, Sozial- und Erziehungswissenschaften.

Auch im Rahmen der Wiedereingliederung, beruflicher Neustarts und der Verbindung von Familie & Beruf sind in diesem Verbund Angebote geschaffen und erlauben belebende Reflektionen schulischen Lernens und beruflicher Bewährung im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben.

Verstärkt mit dem nahenden Ende der regulären Schulzeit orientiert „Unsere Schule“ Schülerinnen und Schüler über sich eröffnende Möglichkeiten qualifizierender beruflicher Ausbildungen und in Frage kommender Studiengänge. Dazu nutzt sie auch lokale und regionale Angebote von Wirtschaftsunternehmen und Betrieben, Verbänden, sozialen Einrichtungen, ö und privaten Verwaltungen, Banken, Versicherungen und Krankenkassen, kulturellen Einrichtungen und Freischaffenden.

Wiederholte Informationsveranstaltungen und zeitlich variierende Praktika wecken Interessen, konkretisieren Erwartungen und definieren Chancen ihrer Erfüllung. Die in der Schule erkannten persönlichen Profile bieten neben individuellen Ratschlägen Dritter den Schüler/innen selbstständige Bewertung der Kongruenz mit in der Berufswahl angelegten fokussierten Zielsetzung.

„Unsere Schule“ verankert bei den künftigen Berufstätigen die Bedeutung von Eigenverantwortlichkeit und Selbstverwirklichung, wertschätzendem Schaffen und fähigkeitsentsprechender Beteiligung bei Entscheidungsprozessen und Ausgleichen ökonomischer und ökologischer Bestimmungen und thematisiert auch den während des auf Jahrzehnte angelegten Schaffens permanenten Wandel in nahezu allen Lebensbereichen und die hieraus zu folgernden persönlichen Einstellungen.

Mit Blick auf ihre beruflichen Perspektiven wählen die Heranwachsenden zum Ende ihrer Schulzeit verstärkt für sie relevante Unterrichtsfächer. Damit profilieren sie sich für eine Vielzahl zukunftsfähiger beruflicher Tätigkeiten, Studiengänge und freiberufliche, wirtschaftliche und politische Karrieren.

Nach-Trag

„Unsere Schule“ hat nachhaltige Bedeutung: Ihre Schülerinnen und Schüler erkennen in den erreichten persönlichen Bildungs- und Entwicklungsständen die gesellschaftliche und politische Bedeutung wirklicher Chancengleichheit schulischer Bildung und deren Umsetzung im weitestgehenden Konsens mit allen Beteiligten. Sie bestehen im privaten und beruflichen Leben dank belastbarer Veränderungsbereitschaft und –fähigkeit und anhaltendem selbstständigem motiviertem Lernen.

Sie halten der Schule gedanklich die Treue und bringen sich effektiv in die Diskussion um das gesellschaftlich bedeutende theoretische und praktische motivierende Unterrichten und Unterweisen ein. „Unsere Schule“ entsendet aktiv den multikulturellen demokratischen sozialen Rechtstaat vitalisierende Bürgerinnen und Bürger in die bundesrepublikanische Gesellschaft der Zukunft.

Anlage Phalanx der Ziele „Unserer Schule“

12 dynamische Ziele „Unserer Schule“

· Aktive Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben

· Anhaltendes Veränderungsmanagement und beruflicher Erfolg

· Möglichst viele erreichen einen möglichst hohen Bildungsabschluss

· Dynamische eignungsentsprechende berufsrelevante Qualifizierung

· Fundierte Kenntnisse beruflicher Angebote und persönlicher Entwicklungsmöglichkeiten

· Aussagekräftige Beschreibungen erreichter Kompetenzen und zu erwartender Entwicklungen

· Unkompliziertes Wechseln zu anderen Schulen in allen Bundesländern

· Bedarfsgerechtes Unterstützen schulischen und sozialen Lernens

· Lernerlebnisse in inhaltlichen Themenblöcken

· Generelles Lernen aller Kinder in derselben Schule

· Ausreichendes Verständnis und Anwenden der deutschen Sprache

· Trainierte Grundzüge gewaltfreien miteinander Umgehens